Weihe des neuen Altars in der St. Michael Kirche in Hindelwangen

Ein beeindruckendes Fest:  Altarweihe in Hindelwangen


„Sehr beeindruckend, faszinierend, toll, wunderschön" – solche Worte gab es zu hören am Sonntag nach der Altarweihe in Hindelwangen.
Bischof Dr. Paul Wehrle

Mit gespannter Erwartung waren viele aus Hindelwangen und Umgebung zur Kirche St. Michael gekommen, um das Fest der Altarweihe zu feiern. Auch wenn im Vorfeld ein kleines Modell des neuen Altars veröffentlicht worden war, so hatte doch kaum jemand den neuen Altar in voller Größe vor Ort gesehen. Und eine Altarweihe haben auch viele noch nie erlebt.

Die festliche Altarweihe feierte Weihbischof Dr. Paul Wehrle mit der Gemeinde. Seine Worte, die Gebete der Liturgie, die aussagestarken Riten, der Gottesdienst insgesamt ließen die Teilnehmenden eine beeindruckende Feier erleben, in der Gottes Gegenwart sehr spürbar war.

Der Altar steht nicht nur in der Mitte, sondern er symbolisiert auch die Mitte, um die es in der Kirche geht: Die Mitte ist Jesus Christus, so sagte der Weihbischof. Durch die Taufe entsteht eine besondere Verbundenheit mit ihm. So wurden am Anfang die Gläubigen mit gesegnetem Wasser besprengt in Erinnerung an die Taufe.

Bevor vom neuen Ambo (einem Lesepult) aus zum ersten Mal aus der Heiligen Schrift vorgelesen wurde, wurde er gesegnet, und das Buch mit den Bibeltexten der Lektorin überreicht.

In seiner Predigt betonte der Weihbischof auf sehr lebendige Weise, dass christliches Leben aus der Verbundenheit mit Christus heraus geschieht. Aus der Quelle der Gotteserfahrung erfrischt, geht es für alle darum, im Alltag die Freude des Glaubens zu leben mit Christus und im Dasein füreinander.

Im festlichen Gesang der Litanei wurden die Heiligen, Vorbilder christlichen Lebens, um ihre Fürsprache gebeten. So wie man Menschen, die einem nahe stehen, um ihre Hilfe bittet, so sind auch die Heiligen Menschen, die uns nahestehen auf unsichtbare Weise, und so kann man auch erfahren, dass sie bei uns sind, wenn wir uns an sie wenden.

Jesus hat einmal gesagt: „Wer Durst hat, komme zu mir." Als Zeichen dafür wurde der Altar mit gesegnetem Wasser besprengt, denn hier können Menschen mit ihrer Sehnsucht nach einem erfüllten Leben der erfrischenden Gegenwart Jesu begegnen.

Es folgte die Salbung des Altares. Christus heißt übersetzt der „Gesalbte". In einer geradezu zärtlichen Weise salbte der Weihbischof den ganzen Altartisch mit Chrisam, einem kostbaren Öl aus Balsam und Olivenöl.

Dann wurde an fünf Stellen auf dem Altar Weihrauch entzündet. Christus ist wie ein Feuer, hell, lebendig, Feuer und Flamme für uns. Wie der Weihrauch nach oben steigt, so führt er uns auch zu Gott hin, ja er ist selbst der menschgewordene Gott, dessen fünf Wundmale daran erinnern, dass er auch in allen unseren Leiderfahrungen mit uns ist.

Nach dem Weihegebet wurde der Altartisch von Ministranten zum ersten Mal gedeckt, mit dem Altartuch, mit Kerzen, einem Kreuz. Dann wurde der neue Osterleuchter gesegnet und alle Kerzen in der Kirche entzündet. Auch neue Hostienschalen und ein neuer Kelch wurden vom Weihbischof geweiht. So erstrahlte die Kirche nun in neuem Glanz, denn nach der sehr gelungenen Innenrenovation, deren größter Teil Ende letzten Jahres abgeschlossen war, ist nun das Herzstück der Kirche in großer Schönheit zu sehen.

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor St. Michael unter der Leitung von Josef Brosamer und mit Zeno Bianchini an der Orgel wunderschön mitgestaltet.

Beim anschließenden Stehempfang in der Nellenburghalle, der von einer Bläsergruppe feierlich mitgestaltet wurde, drückte Gabi Elsner für den Pfarrgemeinderat die große Freude über die gelungene Innenrenovation aus und dankte mit herzlichen Worten. Der Künstler Stefan Epp von der Reichenau, der den Altar, den Ambo, den Osterleuchter, die Sedilien, Hostienschalen und Kelch und neue Leuchter geschaffen hat, sagte: „Die verwendeten Materialien Messing und Eiche greifen die vorherrschenden Farben im Altarraum auf. Der Zelebrationsaltar trägt in seiner Blockhaftigkeit optisch den Hochaltar und setzt durch seinKuenstler Stefan Epp, Reichenaue Schlichtheit einen Gegenpol zu dessen Pracht. Ambo und Osterleuchter greifen die Säulenelemente des Hochaltars auf und bilden rechts und links stehend eine Symmetrie. Die alten und neuen Elemente im Altarraum von St. Michael bilden eine Harmonie, die eine Konzentration zulässt auf die Eucharistie." Auch Ortsvorsteher Wolf-Dieter Karle brachte seine Freude zum Ausdruck und überreichte eine Spende. Pfarrer Michael Lienhard dankte Stefan Epp für das, was er geschaffen hat, und was nun vielen Generationen eine Hilfe sein wird, Gott zu begegnen und schön und  würdevoll Gottesdienst zu feiern. Er dankte auch Weihbischof Wehrle. dessen Ausstrahlung und Predigt viele sehr beeindruckt hat.

Auch allen, die in irgendeiner Weise durch ihre tatkräftige Unterstützung und durch Spenden geholfen haben, sei herzlich gedankt.

Eine beeindruckende Feier, die man nicht vergessen wird, haben viele Menschen an diesem Sonntag erlebt. Wer die Kirche St. Michael besuchen und die neue Altarraumgestaltung  anschauen möchte, kann dies jeden Tag tun, denn die Kirche ist täglich geöffnet, und sie will daran erinnern, wie der Weihbischof sagte, was das Wort „Kirche" bedeutet: dem Herrn gehören – zu Gott gehören wir für immer.

Die Ansprache des Künstlers Stefan Epp anläßlich der Altarweihe St. Michael: Ansprache des Kuenstlers Stefan Epp anl. der Altarweihe St. M Ansprache des Künstlers Stefan Epp anl. der Altarweihe St. M [5.8 kB]

Weitere Bilder von der Altarweihe und dem Fest hier Bildergalerie.