Gottesdienste in der Fastenzeit

Stille im Gottesdienst der Fastenzeit


imageonlineDie Messe beginnt und es erklingt keine Orgelmusik. Der Organist hat doch wohl nicht verschlafen? Oder funktioniert die Orgel nicht? Solche Fragen können einem kommen. Doch ist es natürlich Absicht und ein sprechendes Zeichen.

Jesus war 40 Tage in der Wüste, in der Stille, im Gebet. Und wenn wir die 40 Tage der Fastenzeit in unseren Gottesdiensten mit viel Stille gestalten, dann als Einladung zum bewussten Dasein vor Gott, zum Hören und Beten.

So schweigt die Orgel in der Regel in der Fastenzeit beim Einzug, während der Kommunion und zum Auszug (Ausnahme ist der Laetare-Sonntag, der 4. Fastensonntag. Denn an diesem Tag – der schon ein Vorausschauen auf Ostern sein will – beginnt der Eröffnungsvers mit den Worten „Laetare" – d.h. „Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung.")

Wenn wir einige Minuten vor Beginn der Messe kommen und die Stille in der Fastenzeit auch in die Messe mit hineinnehmen, wenn wir während der Kommunion im dankbaren und bittenden Gebet verweilen und nach der Messe noch nachklingen lassen, was wir gehört und empfangen haben, dann sind dies kurze Erfahrungen wie in der Wüste: Gott ist da und ich bin da und wir gehören zusammen durch und durch und für immer.