silberreiher

ich bin die trauerweide diesseits des weihers.
in die totenblässe des nebelschleiers wie in ein
leichentuch gehüllt. von grabeskälte nur erfüllt.

am anderen ufer sehe ich die spiegelungen der reiher
im wasser. ihre silbrigen silhouetten staken durch grauen,
grenzenlosen regen, als berühre sie keine sterblichkeit.

die farben von wasserfall und wolken auf den flügeln.
himmelsschwingen, um aufzuerstehen. im lautlosen fluge
abzuheben. in die winterbläue zu entschweben.

sie sind die jähen engel. die seelen meiner toten.

sie zu berühren, sie zu spüren…

der gedanke ist ein funke das herz wie zunder
es entbrennt das eingeweide es brennt der leib
es verbrennt das fleisch die lungen atmen
feuerzungen ich sehne mich mit allen
knochen allen adern allen sehnen
sie zu sehen sie anzustreben
wie ein dichter die
vollkommenheit
seines gedichts
wie ein falter
das herz des
hellen lichts.
ich greife
ins